Buchauszug Barbara Ann Brennan

Nachfolgend finden Sie einen kurzen Auszug aus dem inzwischen in viele Sprachen übersetzten Buch „Lichtarbeit“ der berühmten amerikanischen Wissenschaftlerin Barbara Ann Brennan zu der Entwicklung der Chakren im menschlichen Energiesystem.


Nach der Geburt besteht zwischen Mutter und Kind eine sehr starke energetische Verbindung. Sie wird manchmal Keimplasma genannt. Bei der Geburt ist diese Verbindung am stärksten; sie wird ein Leben lang bestehen bleiben, auch wenn sie mit dem Wachstum des Kindes allmählich in den Hintergrund tritt. Diese psychische Nabenschnur ist die besondere Verbindung der Kinder mit ihren biologischen Eltern. Das erklärt, warum Kinder und Eltern manchmal spüren, wenn der andere in Not ist, auch wenn sie räumlich weit voneinander entfernt sind.

Das Feld des Kindes ist für die Atmosphäre, in der es lebt, hochgradig empfänglich und sehr verletzlich. Es spürt genau, was zwischen seinen Eltern vorgeht, ob dies nun offen geschieht oder nicht. Es reagiert entsprechend seinem Temperament ständig auf seine energetische Umgebung. Das kann sich in Angstgefühlen, Phantasien, Wutanfällen oder Krankheit äußern. Die Chakras des Kindes sind alle offen und haben noch keinen Schutzfilm gebildet, der die psychischen Einflüsse von außen filtert. So ist das Kind äußerst verletzlich und formbar. Obwohl die Chakras nicht so entfaltet sind wie bei einem Erwachsenen, und die Energie, die durch sie hindurchfließt, nur verschwommen erlebt wird, ist das Feld des Kindes doch für alle Einflüsse offen, und es muss sie irgendwie verarbeiten.
Ungefähr im Alter von 7 Jahren bildet sich eine Schutzschicht über den Chakren, die viele Einflüsse aus dem universalen Energiefeld abschirmt. Das Kind ist dann nicht mehr so verletzlich wie vorher. Diese Stufe entspricht im Individualisierungsprozess des Kindes dem Erwachen der bewussten Verstandestätigkeit.
Daher sollten Eltern immer überlegen, ob sie ihre Kinder mit zu Therapiesitzungen nehmen. Der Erwachsene hat keine Ahnung, was dies für ein Kind bedeutet, es sei denn, er ist selbst in diesen Zustand der Verletzlichkeit regrediert.
Die Wut des Erwachsenen ist für das kindliche System genauso ein Schock wie physische Misshandlung, und Trauer und Depression überschwemmen es wie Nebel.

Mit dem Wachstum des Kindes entfaltet sich das zweite Chakra/ Sexualchakra und sein emotionales Leben wird reicher. Das Kind malt sich Phantasiewelten aus, in denen es lebt, und beginnt sich dadurch als eigenständige Person neben der Mutter zu erfahren. Im Alter von zwei Jahren betrachtet das Kind seine Eltern als persönliches Eigentum „Meine Mama“ oder „Mein Papa“. Es lernt die erste Form von Liebe kennen.
Das Kind kann sich jetzt vom Feld der Mutter trennen, mit dem es durch die ätherische Nabelschnur verbunden bleibt. So beginnt der Prozess der Identitätsfindung. Das Ich des Kindes ist noch nicht stark genug, um wirklich zwischen sich und anderen unterscheiden zu können. Es kämpft darum, seine Einzigartigkeit zu finden, fühlt sich aber immer noch mit allem verbunden.

Mit etwa sieben Jahren fängt das Kind an, seinen eigenen Raum mit goldener Energie zu durchwirken. Der Raum wird offener, größer und ist weniger an die Mutter gebunden und kann sich für Fremde leichter öffnen. Das Selbst-Bewusstsein des Kindes ist gewachsen, und es kann jetzt wahrnehmen, dass es anderen Menschen ähnlich ist.
Jetzt kommt die Zeit der „Banden“. All dies wird möglich, weil die Chakras im Alter von etwas sieben Jahren eine Schutzmembran gebildet haben, welche die energetischen Einflüsse aus der Umgebung filtern. Das Kind fühlt sich sicherer, weil es dies in seinen verschiedenen Aurakörpern auch tatsächlich ist.

Auch Erwachsene prägen den Raum, der sie umgibt mit ihrer Energie. Ein solcher Energieraum ist wie ein Nest, in dem ein Mensch lebt und sich geborgen fühlt.

In der Latenzphase zwischen sieben Jahren und Pubertät steht die Entwicklung des Intellekts und des dritten Chakras / Solar Plexus oder Nabelchakra im Vordergrund. Obwohl das dritte Chakra die mentalen Energien freisetzt, und das Kind jetzt in der Schule ist, kommen diese Energien doch in erster Linie seinem Phantasieleben zu Gute. Das Kind wird zum Ritter, zum indianischen Häuptling, zur Prinzessin oder zur Fee. Es handelt sich hier um tiefe, idealistische Antriebe, welche die Sehnsucht der Seele offenbaren und höchstwahrscheinlich etwas mit der Lebensaufgabe zu tun haben. Im Spiel tauchen die Kinder in Archetypen ein, die ihre tiefe spirituelle Sehnsucht, ihre Ziele und ihr Streben zum Ausdruck bringen.

Die Herausforderung der Adoleszenz, wie aller anderer Stadien des Wachstums, besteht darin, inmitten des Chaos der körperlichen und emotionalen Veränderungen, der süßen Sehnsüchte und der schmerzhaften Zurückweisungen, das eigene Selbst zu finden und ihm treu zu bleiben. Mit dem Einsetzen der Pubertät treten große Veränderungen im ganzen Körper und im Energiefeld auf. Der persönliche Energieraum nimmt nun die Schwingungen der Freunde auf. Mit der Öffnung des vierten Chakras / Herzchakras für neue Ebenen des Fühlens und mit dem Erwachen von Eros und Liebe in der Tiefe der Psyche füllt sich das Feld mit der Farbe Rosa. Die Hypophyse (das Dritte Auge) wirkt aktiviert und der Körper reift zur Gestalt des Erwachsenen heran. Alle Chakren sind von diesen Veränderungen betroffen.
Die neuen, höheren Schwingungen werden vom Individuum manchmal mit freudiger Erregung begrüßt oder aber auch als schlimme Störung abgelehnt, weil sie ein Sehnen und eine Verletzlichkeit mit sich bringen, die das Individuum vorher noch nicht erfahren hat. Das ganze Feld kann gestört sein und die Chakren können völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Aber die Entwicklung kann auch fließend und in Harmonie vonstatten gehen. Auf jeden Fall durchlebt das Individuum große Veränderungen seiner emotionalen Realität, und die Verwirrung kommt in seinen Handlungen zum Ausdruck; in einem Augenblick ist es ein Kind, im anderen ein Erwachsener.

Am Ende der Adoleszenz haben die Chakren und Energiemuster des Individuums eine gewissen Stabilität erlangt. Alle Chakras haben jetzt ihre erwachsene Form.
Oft versuchen Menschen an diesem Punkt stehenzubleiben und alle weiteren Veränderungen abzuwehren. Manchen gelingt dies, und ihr Leben stagniert dann in den „sicheren“ Mustern klar definierter und begrenzter Wirklichkeit. Die meisten Menschen werden jedoch von ihren Lebenserfahrungen hinreichend gebeutelt, um zu erkennen, dass die Wirklichkeit nicht so leicht begrenzt werden kann. Eine lebenslange Suche führt sie von einer Herausforderung zur anderen in immer tiefere Erfahrungen der Erfüllung.

Im Erwachsenenalter dehnt sich das ICH-DU auf die eigene, neu geschaffene Familie aus, die ihr eigenes Energiemuster erzeugt. Mehr Energien fließen durch das fünfte Chakra / Kehl-Chakra und erlauben einen größeren Umsatz von Geben und Nehmen. Das Herz kann sich so weit öffnen, dass darin nicht nur Liebe für den Partner und die Kinder fließt, sondern für die ganze Menschheit.
Mit der Öffnung des sechsten Chakras/ Dritten Auges für höhere Schwingungen erkennt man die Einheit allen Lebens und fühlt die Kostbarkeit und Einzigartigkeit jeder Seele.

Wird der Körper alt und nähert sich dem Tode, können die Energiekörper auf einer noch höheren Ebene schwingen. Das Haar wird leuchtend weiß, so wie das weiße Licht, das durch ihr Sein strömt und die Anziehung an die Welt des Geister erhöht. Die ICH-DU Beziehung erweitert sich zu einer tiefen persönlichen Beziehung zu Gott.
Die irdische Energie der tieferen Chakras nimmt ab und wird nach und nach durch die höheren, feineren Energien ersetzt, die sehr viel geistiger sind als das Leben auf der körperlichen Ebene. Der Mensch bereitet sich darauf vor, nach Hause in die Welt des Geistes zurückzukehren.
Wenn diese natürlichen Prozesse verstanden werden und sich in der Psyche entfalten dürfen, wird das Leben des Menschen mit Heiterkeit und Liebe erfüllt sein. Das lebenslange Wachstum trägt nun Früchte: Das Leben wird stimmig. Besonders das Nabel-Chakra wird nun harmonischer. Die Wahrnehmung vertieft sich, so dass das Leben – trotz abnehmender körperlicher Kraft – immer interessanter und reicher wird. Es ist bedauerlich, wie wenig unsere Kultur diese Quelle von Weisheit und Licht respektiert und nicht so von ihr Gebrauch macht, wie das andere Kulturen tun, zum Beispiel die Indianer, wo die Entscheidungsmacht bei den Großmüttern und Großvätern liegt.


Barbara Ann Brennan studierte Physik an der University of Wisconsin (USA) und war wissenschaftliche Mitarbeiterin der NASA am Goddard Space Flight Center. Vor mehr als dreißig Jahren begann sie, ihre Forschung auf das menschliche Energiefeld zu konzentrieren. Sie machte eine Ausbildung als bioenergetische Therapeuten und lernte bei indianischen und anderen Heilern. Heute arbeitet sie als Heilerin in einer Privatpraxis in New York.